Interessenvertretung als Berufung
Qualifizierungsangebot für freigestellte Mitglieder, Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende von
Betriebs- und Personalräten
Seit jeher gehört es zu den Aufgaben der Arbeitnehmervertretung, um Rechte und Pflichten zu verhandeln,
zu ringen oder zu kämpfen – bei sich wandelnden Anforderungen an die Interessenvertretung. Umstrukturierungen,
hoch technisierte Verarbeitungsprozesse, Arbeitsverdichtung, Arbeitsverlagerung, Fusionen,
Stellenabbau und globale Marktstrukturen fordern von BR- bzw. PR-Mitgliedern und noch einmal mehr
von freigestellten Mitgliedern sowie Gremienvorsitzenden Krisen- und Managementkompetenz. Bei immer
enger werdenden Gestaltungsräumen stehen diese vor den Aufgaben,
- für die Beschäftigen als kompetente/-r Ansprechpartner/-in zur Verfügung zu stehen
- Interessen dem Management gegenüber auf Augenhöhe zu vertreten
- das eigene Gremium zu leiten und die Zusammenarbeit zu fördern
- dabei selbst gesund und leistungsfähig zu bleiben.
Grundgedanke und Ziele
Interessenvertretung als Beruf braucht Handwerkszeug. Interessenvertretung als Berufung übt das eigene
Handwerk mit Herz und Engagement aus. So versteht sich dieses Qualifizierungsangebot: Handwerkszeug
für den "Beruf" der Interessenvertretung, damit die Berufung wirkungsvoll zur Geltung kommt.
Schlüsselkompetenzen für die Führungsfunktion im Gremium
Das Qualifizierungsangebot "Interessenvertretung als Berufung" unterscheidet fünf Schlüsselkompetenzen,
die besonders für Vorsitzende, Stellvertreter/-innen und Freigestellte unter den heutigen Rahmenbedingungen
von zentraler Bedeutung sind:
- Rollenvielfalt und Rollenklarheit in der Funktion
- Gremien leiten und Teamarbeit fördern
- Die Arbeit des Gremiums angemessen organisieren
- Veränderungsprozesse aktiv gestalten und begleiten
- Professionell verhandeln
Zu jedem Kompetenzbereich bieten wir ein Modul an.
Konzept
Fundierter Input, hoher Praxisbezug, individuelles Lernen
Alle Module sind auf die mit der besonderen Funktion verbundenen Herausforderungen ausgerichtet.
Charakteristisch ist die starke Praxisorientierung. Die Verbindung von neuen (wissenschaftlichen) Informationen
und Erkenntnissen mit den Praxisanforderungen im eigenen Wirkungsfeld und den individuellen
Einstellungen, Haltungen, Möglichkeiten und Grenzen der Teilnehmenden soll zu einem persönlich stimmigen
Agieren in der Funktion beitragen.
Teamleitung, kleine Gruppen, lernfördernde Methoden
Ein Kernteam begleitet die Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch alle Module. Dies sichert Kontinuität
in der Leitung und eine optimale inhaltliche Abstimmung der Module aufeinander. Themenabhängig kommen
weitere Fachexpertinnen/-experten hinzu. In Abhängigkeit vom jeweiligen Baustein wechseln sich
Informationen mit Diskussionen, Übungen, Rollenspielen, kollegialer Beratung, Praxissupervision und
Feedback ab. Die Gruppengröße von maximal 16 Teilnehmerinnen/Teilnehmern garantieren intensives
Lernen.
Zertifizierung
Die Teilnahme an dieser Qualifizierungsreihe wird durch ein aussagekräftiges Zertifikat des Veranstalters
ver.di b+b bestätigt, in dem die Themen und der zeitliche Umfang der Qualifizierung aufgeführt sind.
ver.di b+b ist qualitätstestiert nach LQW (Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung).
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, unter den weiter hinten aufgeführten
Voraussetzungen ein Universitätszertifikat zu erlangen.
Wenn Sie interessiert sind, lassen Sie sich kostenlos von uns beraten:
Margit Hauck, Fon 0 30/2 63 99 89 21, hauck@bb.verdi-bub.de
"Auf diese Seminarreihe habe ich seit Jahren gewartet. Endlich ist sie da, und das Warten hat sich
gelohnt. Eine fantastische Qualifizierungsreihe, die mir sowohl für meine Betriebsratsarbeit als auch
für mich persönlich sehr viel gebracht hat."
(Petra Eberle, BR-Vorsitzende Dresdner Bank, eine Marke der Commerzbank AG, Dortmund) |
Die Module im Einzelnen
| Modul | Schwerpunkte |
Kämpfer, Anwältin, Co-Manager
Rollenvielfalt und
Rollenklarheit in der Funktion
Termin: 15.09.–17.09.2010 |
Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit dem eigenen
Rollenverständnis vor dem Hintergrund des jeweiligen Handlungsfeldes.
- Persönliche Motive mit Blick auf die Funktion
erkennen und überprüfen
- Aufgaben klären
- Rollen zwischen Schutzfunktion und Co-Management
- Führung/Leitung kontra Interessenvertretung:
Ein in der Funktion angelegter Widerspruch?
- Umgang mit Macht im Auftreten nach innen (Gremium)
und außen (Arbeitgeber, Belegschaft)
- Profil entwickeln, eine persönlich stimmige
Rollendefinition finden
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Vom Gremium zum Team
Gremien leiten und Teamarbeit fördern
Termin: 22.11.–24.11.2010 |
Im Mittelpunkt steht ein Verständnis des Gremiums als Team
und die Unterstützung demokratischer, beteiligungsorientierter
Prozesses durch Betriebsratsmitglieder in der Leitungsfunktion.
- Den eigenen Leitungsstil passend zu
sich selbst und zum Gremium gestalten
- Dynamiken in Gruppen mit ihren
Chancen und Risiken verstehen
- Teamkonflikte analysieren und bearbeiten
- Motivation im Betriebsrat erhalten und fördern
- Teamgerechte Entscheidungsprozesse installieren
und damit Verantwortung und Macht teilen
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Mit System und Übersicht
Die Arbeit des Gremiums
angemessen organisieren
Termin: 14.02.–16.02.2011 |
Im Mittelpunkt stehen Methoden und Techniken, die
sich für die besonderen Rahmenbedingungen in gesetzlichen
Interessenvertretungen eignen.
- Arbeitsteilung im eigenen Team: Ressourcen,
Möglichkeiten, Grundsätze, Standards, Regeln
- Kommunikation und Information als Schmiermittel
der Arbeitsorganisation
- Methoden und Techniken: Welche eignen sich
für mich/unser Gremium, was passt wann?
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Wenn der Wind des
Wandels weht ...
Veränderungsprozesse aktiv
gestalten und begleiten
Termin: 18.05.–20.05.2011 |
Im Mittelpunkt stehen aktuelle Veränderungsprozesse in
der Branche und strategisch orientierte Handlungsansätze
für die Interessenvertretung.
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Aktuelle Veränderungsprozesse
in Unternehmen und Branche
- Die Architektur von Veränderungsprozessen
- Instrumente und Methoden der Strategieentwicklung
- Den Gestaltungsspielraum als
Betriebsrat ausloten und gezielt abstecken
- Kommunikationsstrategien in der Veränderung
- Widerstände verstehen und aufgreifen
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Kampfhahn, Taktikerin,
Pokerface...?
Professionell verhandeln
Termin: 12.09.–14.09.2011 |
Im Mittelpunkt stehen verschiedene Formen von
Verhandlungen und der angemessene Umgang damit.
- Verhandlungsstile und -techniken
- Verhandlungen systematisch vorbereiten und durchführen
- Sachorientierte und faire Strategien entwickeln und
umsetzen
- Klarheit in der Haltung entwickeln und zeigen
- Mandat, Spielräume und Abstimmungsprozesse klären
- Emotionen, Eskalationen und De-Eskalationsmechanismen
verstehen und mit ihnen umgehen
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Die einzelnen Module dauern jeweils 3 Tage.
Sie beginnen am ersten Seminartag um 11:00 Uhr und enden am letzten Seminartag gegen 15:00 Uhr.
"Die Kombination aus Wissensvermittlung, der Reflexion des eigenen Handelns in und mit meinen
Gremien und die gelungene Verknüpfung von Inhalten und Methoden machen diese Reihe so wertvoll.
Die Bezeichnung als 'Qualifizierungsreihe' ist absolut berechtigt, da das Erarbeitete sofort und nachhaltig
in der eigenen Arbeit umgesetzt werden kann. Zu verdanken ist dies einer ausgesprochen stimmigen
Konzeption und einer überaus kompetenten, kontinuierlichen Seminarleitung. Weiter so!"
(Hans Rabenseifner, GBR-Vorsitzender Panalpina Welttransport [Deutschland] GmbH) |
Konzeptentwicklung
Das Konzept für dieses Qualifizierungsangebot wurde entwickelt von:
- GBR Vorsitzenden und ver.di Branchensekretär/-innen
- Anne Tenbruck, ver.di Bildung + Beratung gGmbH/Rat.geber GmbH
- Cornelia Dobertin, Beraterin, lernArt.net, Hamburg
- Dieter Peters, Institut für Weiterbildung e.V., Universität Hamburg
- Petra Weigand, Beraterin, moderieren.entwickeln.beraten, Düsseldorf.
Die Qualifizierungsreihe wird durchgeführt seit Juni 2006, zunächst für Teilnehmende aus der Finanzdienstleistungsbranche
und seit 2008 auch für Teilnehmende aus Postdiensten, Speditionen und Logistik.
Seitdem haben mehr als 120 Personen an einzelnen Modulen teilgenommen.
Die Rückmeldungen sind durchweg sehr gut, der Nutzen für die Wahrnehmung der Funktion in Interessenvertretung
wie auch für sich persönlich wird als sehr hoch eingeschätzt.
Diese Modulreihe veranstaltet ver.di Bildung und Beratung in Kooperation mit dem ver.di
Bildungszentrum Walsrode. Sie richtet sich an Betriebs- und Personalratsmitglieder aus allen
ver.di Fachbereichen. Parallel hierzu bietet ver.di Bildung und Beratung die Qualifizierungsreihe
nach wie vor auch zu anderen Terminen ausschließlich für Kollegen/-innen aus der
Finanzdienstleistungsbranche an. Die Termine erfragen Sie bitte bei ver.di Bildung und Beratung oder
entnehmen Sie dem Seminarprogramm für die Finanzdienstleistungsbranche.
Das zusätzliche Universitätszertifikat
Zusätzlich können die Teilnehmenden die Qualifizierungsreihe mit einem Universitätszertifikat abschließen,
wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Durchführung eines Praxisprojektes und Reflektion in einer schriftlichen Projektarbeit.
- Teilnahme am Zertifikatsseminar und Präsentation des Praxisprojektes.
Der Zusatznutzen des Universitätszertifikates
- Durch die Bewältigung der zusätzlichen Anforderungen (Praxisprojekt, Projektarbeit, Präsentation)
wird das Wissen vertieft und die Handlungskompetenz auf besondere Weise gestärkt.
- Die Kompetenz wird zusätzlich durch ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut zertifiziert – eine
Aufwertung nicht nur für berufliche Veränderungen.
- Wenn ein späteres berufsbegleitendes Studium denkbar ist: Die Leistungen der Qualifizierungsreihe
werden auf den Kontaktstudiengang Betrieb – Wirtschaft – Management an der Fakultät Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften, Department Wirtschaft und Politik der Universität Hamburg angerechnet.
Für den Abschluss der Qualifizierungsreihe mit Universitätszertifikat entstehen zusätzliche Kosten (Beratung
während der Projektphase, Teilnahme am 3-tägigen Zertifikatsseminar, Unterkunft und Verpflegung).
Die Rahmenbedingungen
Freistellung und Kostenübernahme
Die Seminarreihe wird gemäß § 37 Abs. 6 in Verbindung mit § 40 BetrVG bzw. § 46 Abs. 6 BPersVG
angeboten. Die Erforderlichkeit der Freistellung und Kostenübernahme ist im Einzelfall zu begründen und
mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren. Es wird eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung des Arbeitgebers
benötigt.
Tagungsstätte
Die Module dieser Reihe finden im ver.di Bildungszentrum Walsrode statt.
Weitere Informationen und Beratung
Margit Hauck, hauck@bb.verdi-bub.de
Fon: 030 263 99 89-21, Fax: 030 263 99 89-25
ver.di b+b gGmbH, Köpenicker Str. 31, 10179 Berlin
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