Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es freut uns, Euch und Ihnen das Bildungsprogramm
2010 präsentieren zu können.
Ausgelöst durch die internationale Finanzkrise, stecken
wir in einer der größten Wirtschaftskrisen. Daher
bieten wir viele Seminare an, die sich mit der Wirtschafts-
und Finanzkrise auseinandersetzen. Die Auswirkungen
der Finanzkrise sind spürbar und werden
alle Branchen berühren. Die Arbeitslosigkeit steigt,
die Einkommen sinken und damit auch die Kaufkraft.
Nicht nur unverantwortliche Spekulanten haben diese
Krise verursacht, sondern insbesondere das bestimmende
Leitbild des Neoliberalismus: Marktgläubigkeit,
Deregulierung, Privatisierung, Shareholder-Value-Kapitalismus und die Gier nach kurzfristiger
Gewinnmaximierung.
Angesichts der Tiefe der Wirtschaftskrise reichen die
bisherigen Konjunkturprogramme nicht aus und es ist
nötiger denn je, dass gewerkschaftliche und gesetzliche
Interessen vertretungen ihre Schutz- und Gestaltungsfunktion
wahrnehmen. Es geht darum, die Risiken
für die Arbeits- und Lebens bedingungen zu begrenzen
aber auch darum, die Chancen für eine solidarischere
Gesellschaft in dieser Herausforderung zu nutzen. Das
geht nur, wenn viele Menschen ihre Interessen artikulieren,
sich in den politischen Diskurs einbringen und
durch gemeinsames Handeln in starken Gewerkschaften
ihre sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen
Interessen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft wirkungsvoll
vertreten. Solange Macht und Chancen so
ungerecht verteilt sind, gibt es keine Alternative zum
gewerkschaftlichen Zusammenschluss, denn welche
Werte in welcher Ausprägung leitend sind, ist eine
gewerkschaftliche Grundfrage. Soziale Gerechtigkeit
und Chancengleichheit sind unverzichtbare Bedingungen
für eine erfolgreiche Erneuerung, auch darum
brauchen wir eine andere Politik.
Es ist nicht gleichgültig, wie gewirtschaftet und unter
welchen Bedingungen gearbeitet wird. Dazu gehören
auch die Ansprüche der Beschäftigten auf "Gute
Arbeit", Arbeit zu fairen Bedingungen und einen
zukunftssicheren Arbeitsplatz. Ohne "Gute Arbeit"
gibt es kein nachhaltiges Wirtschaften. Der DGBIndex
"Gute Arbeit" ist ein wissenschaftlich fundiertes
Instrument zur Erfassung der Arbeitsbedingungen
aus Beschäftigtensicht.
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Seit 2007 wird mit dem DGB-Index "Gute Arbeit"
einmal jährlich bundesweit die Arbeitsqualität gemessen.
Maßgeblich ist dabei ausschließlich das Urteil
der Arbeitnehmer/-innen. Das Ergebnis 2009:
12% haben gute Arbeit, 33% schlechte Arbeit,
55% mittelmäßige Arbeit. Zahlreiche Seminarangebote
beinhalten Gestaltungsfelder vom Index "Gute
Arbeit". Hier wird der Index als Instrument vor gestellt
und zur Nutzung in der betrieblichen Praxis befähigt.
Gleichzeitig werden Möglichkeiten weiterent wickelt,
mit denen betriebliche und gesetzliche Interessenvertretungen
ihre Handlungsfähigkeit stärken
und mehr Gestaltungskompetenz gewinnen.
"Gute Arbeit kannst du wählen", das ist auch der
Leitgedanke für die Betriebsratswahlen, die turnusgemäß
2010 stattfinden. Mit einem Betriebsrat
sind Beschäftigte wesentlich besser gestellt, denn mit
und durch einen Betriebsrat gibt es mehr Rechte und
Beschäftigte werden besser in betriebliche Prozesse
einbezogen. Betriebsräte bestimmen bei der Gestaltung
von Arbeitsplätzen und der Arbeitszeit mit oder
achten auf die richtige Umsetzung des Tarifvertrages.
ver.di unterstützt neu gewählte Betriebsratsmitglieder,
dazu bieten wir in diesem Bildungsprogramm
ein vielfältiges Qualifizierungsangebot
sowie eine große Anzahl von Seminaren zur Grundqualifizierung
an.
Alle Seminare finden in ver.di-eigenen Bildungszentren
statt, so verfügen wir über einmalige und selbst
gestaltbare Orte des Lernens, der Kommunikation, der
Auseinandersetzung und der Begegnung.
Wir wünschen allen Teilnehmer/-innen an den Seminaren
viel Erfolg.
Dina Bösch
Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten
Dienstleitungsgewerkschaft – ver.di
Iris Todtenberg
für den Bereich Gewerkschaftliche Bildung
der ver.di-Bundesverwaltung
Andreas Michelbrink
Geschäftsführer ver.di GewerkschaftsPolitische
Bildung gemeinnützige Gesellschaft mbH
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